Wettbewerb

Der Wettbewerb Akkordeon Grenzenlos lädt 2026 erneut Akkordeonist:innen aus aller Welt ein, ihre musikalische Ausdruckskraft in einem genreübergreifenden Rahmen zu präsentieren. Ob klassische Literatur, zeitgenössische Kompositionen, Weltmusik, Jazz oder innovative Crossover-Projekte – gefragt sind künstlerische Eigenständigkeit, technische Exzellenz und stilistische Offenheit.

Weltweite Talente. Lokale Bühne. Grenzenlose Musik. Melde dich jetzt an – und bring dein Akkordeon auf die große Bühne!

Zwei Jurorinnen des Wettbewerbs Akkordeon grenzenlos
Bekanntgabe der Gewinner des Wettbewerbs am Hohnerkonservatorium

Teilnahmebedingungen:

8 KATEGORIEN/ 2 RUNDEN (2. Runde = Öffentliches Wettbewerbskonzert)

Anmeldeschluss: 07.03.2026

Klassik 

  • Mindestalter: 18 Jahre
  • Runde 1: 15-20 Minuten
  • Runde 2: 10 Minuten

POPULAR: 

  • Mindestalter: 18 Jahre
  • Runde 1: 10 Minuten
  • Runde 2: 10 Minuten

ENSEMBLE (Kammermusik):  

  • Durchschnittliches Mindestalter: 18 Jahre
  • Mindestens 1 Akkordeon
  • Höchstens 6 Spieler
  • Ausschließlich akustische Instrumente
  • Runde 1: 10-15 Minuten
  • Runde 2: 10 Minuten
  • freie Musikwahl

ENSEMBLE (Weltmusik): 

  • Durchschnittliches Mindestalter: 18 Jahre
  • Mindestens 1 Akkordeon
  • Höchstens 6 Spieler
  • Runde 1: 15-20 Minuten
  • Runde 2: 10 Minuten

JUNIOR- KLASSIK:  

  • Höchstalter: 17 Jahre
  • Runde 1: 12- 15 Minuten
  • Runde 2: 10 Minuten

JUNIOR- POPULAR:  

  • Höchstalter: 17 Jahre
  • Runde 1: 7 Minuten
  • Runde 2: 7 Minuten

JUNIOR- ENSEMBLE:  

  • Durchschnittliches Höchstalter: 17 Jahre
  • Mindestens 1 Akkordeon
  • Höchstens 6 Spieler
  • Ausschließlich akustische Instrumente
  • Runde 1: 10 Minuten
  • Runde 2: 10 Minuten
  • freie Musikwahl

Neue Kategorie: „Trossinger Schule“

  • ohne Altersbegrenzung
  • 1. Runde : ein Stück aus dem Wahl-/Pflichtprogramm (siehe Liste) + mindestens 1.Satz aus der Trossinger Schule (Hugo Hermann, Hans Brehme, Lothar von Knorr etc.) max: 12- 15 min
  • 2. Runde : „La Campanella“ oder „Schwarze Augen“.

Liste Wahl-/ Pflichtprogramm: 

In dieser Kategorie sollen die Teilnehmer die folgenden Werke als Pflicht-/Wahlstück vortragen. Die Noten können bestellt werden (siehe Rechts, mobil unten):

  • Johann Strauss - Die Fledermaus
  • Bela Keler - Ungarische Lustspiel-Ouveruture
  • Carl Maria von Weber - Aufforderung zum Tanz
  • Amilcare Ponchielli - Tanz der Stunden
  • Josef Hellmesberger - Ball-Szene
  • Rudolf Würther - Carmen-Fantasie (nach Georges Bizet)
  • Rudolf Würthner - Variationen über ein russisches Volkslied (Schwarze Augen) sowie als Einzelausgabe
  • Rudolf Würthner - La Campanella

Die „Trossinger Schule“- Kategorie – Eine Hommage an Würthner, Hermann, Brehme, von Knorr

Die „Trossinger Schule“- Kategorie bei Akkordeon Grenzenlos 2026 ist mehr als nur eine regionale Auszeichnung – sie ist eine Verneigung vor einem musikalischen Erbe, das weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlt. Gewidmet Rudolf Würthner, einem der bedeutendsten Akkordeonisten und Musikpädagogen bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein, würdigt diese Kategorie jene Teilnehmenden, die sich durch besondere technische Raffinesse und künstlerische Ausdruckskraft auszeichnen – ganz im Geiste des Trossinger Originals.

Rudolf Würthner war ein waschechter Trossinger

In den 1920er und 1930er Jahren wuchs er in die Glanzzeit der Handharmonika hinein und wurde bereits in jungen Jahren das jüngste Mitglied des neu gegründeten Hohner- Handharmonikaorchesters. 1939 schloss er die Handharmonika-Fachschule – das heutige Hohner-Konservatorium – als einer der besten Absolventen ab und wurde dort bald selbst Dozent. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägte Würthner die Akkordeonszene entscheidend mit. Er formte aus einem kleinen Elite-Ensemble das Orchester des Hauses Hohner (ODHH), das durch seine Konzertreisen in die ganze Welt internationale Bekanntheit erlangte. Sein größter Erfolg als Solist war der zweite Platz bei den Weltfestspielen 1948 in Lausanne – Vizeweltmeister mit einer damals ungewöhnlichen Bach-Bearbeitung auf dem Akkordeon!

Hugo Herrmann (1896- 1967) – Wegbereiter der Akkordeonmusik

Herrmann, ursprünglich Volksschullehrer, entdeckte früh sein musikalisches Talent und studierte in Berlin Komposition bei Franz Schreker. In den 1920er Jahren entwickelte er einen eigenständigen Stil, geprägt von modernen Elementen, Jazzanklängen und rhythmischer Raffinesse. Durch Paul Hindemith erhielt er 1926 den Auftrag für das Werk „Sieben Neue Spielmusiken“, das als erste Originalkomposition und als musikalischer Grundstein der Neuen Musik für Akkordeon gilt und seine lebenslange Verbindung zur Trossinger Harmonika-Fachschule begründete. Als Leiter der Trossinger Fachschule (1935–1963) prägte Herrmann die Akkordeonpädagogik und das Repertoire nachhaltig und zählte damals zu den bedeutendsten Komponisten dieser aufkommenden Szene.

Hans Brehme (1904- 1957) – Komponist, Pädagoge und Trossinger Hochschullehrer

Brehme studierte von 1922 bis 1928 Klavier und Komposition an der Berliner Hochschule für Musik und war anschließend als Klavierlehrer an der Musikhochschule Stuttgart tätig. Nach seiner Ernennung zum Professor im Jahr 1940 wurde 1941 seine Oper „Der Uhrmacher von Straßburg“ uraufgeführt – ein Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens. Von 1945 bis 1949 wirkte Brehme als Professor am Hochschulinstitut für Musikerziehung in Trossingen, wo er maßgeblich zur musikalischen Aufbauarbeit der Nachkriegszeit beitrug. In dieser Zeit entstanden wichtige Werke für das Akkordeon, die seine Handschrift als mit der Tradition eng verbundener Komponist und Pädagoge zeigen. Seine Rückkehr an die Musikhochschule Stuttgart im Jahr 1950 markierte den Abschluss einer prägenden Etappe in Trossingen, die bis heute nachwirkt.

Ernst-Lothar von Knorr (1896- 1973) – Impulsgeber für die Musikerziehung in Trossingen

Ernst-Lothar von Knorr war ein profilierter Musiker, Hochschullehrer und Kulturpolitiker, der sich zeitlebens für die Förderung musikalischer Bildung engagierte. Nach Stationen in Heidelberg, Berlin und Frankfurt begann er 1944 mit dem Aufbau des Staatlichen Hochschulinstituts für Musikerziehung in Trossingen, das er als Direktor durch die schwierige Nachkriegszeit führte. In dieser Zeit entstanden viele seiner Originalkompositionen mit Akkordeon. Trotz politischer Belastung aus der NS-Zeit wurde ihm 1948 eine geringe Verantwortung attestiert, sodass er seine Arbeit fortsetzen konnte. Von Knorr setzte sich unermüdlich für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Trossinger Institution ein und prägte deren Profil als Zentrum für Musikerziehung. Seine spätere Tätigkeit als Direktor in Hannover und Heidelberg sowie als Berater des Verteidigungsministeriums unterstreicht seine kulturpolitische Bedeutung; 1961 wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.